Ausgezeichnete rPS-Technologie
Recyceltes Polystyrol (rPS) leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele sowohl der Lebensmittelindustrie als auch gesetzlicher Vorgaben. In Europa werden jährlich rund 800.000 Tonnen Polystyrol als Rohstoff produziert, wovon ein erheblicher Anteil für die Herstellung von Lebensmittelverpackungen verwendet wird. Das daraus resultierende Recyclingpotenzial ist entsprechend groß.

rPS – The road to success

Fernholz Verpackungen startet ein umfassendes Projekt rund um das Recycling von PS für den Einsatz im Lebensmittelbereich. Zielsetzung ist es, ein funktionierendes Kreislaufsystem für PS mit Lebensmittelkontakt zu etablieren.

Fernholz Verpackungen nimmt gemeinsam mit einem Partner Material aus dem FFS-Prozess bei Molkereien und aus anderen Food-Bereichen wieder zurück und „baut“ in deren Folien rPS 2.0 ein. Das grundlegende rPS-Verfahren wird als sogenannte „Novel Technology“ für die neue Rezyklatverordnung 2022-1616 angemeldet.

Zur Entwicklung eines kompletten Kreislaufsystems forciert Fernholz Verpackungen den Einsatz von rPS aus haushaltsnahen Sammlungen. Der PS-Anteil aus diesen Sammlungen wird dabei rein mechanisch recycelt.

Die komplette Qualifizierung ist abgeschlossen. Mit rPS 3.0 wird eine noch komplexere Stufe des PS-Recyclings erreicht.

Das grundlegende Recyclingverfahren von Fernholz Verpackungen für Polystyrol (rPS) wird im März 2026 in das neue „Union Register of novel technologies“ der Europäischen Union aufgenommen. Dieses Verzeichnis erfasst innovative Kunststoffrecyclingverfahren für Lebensmittelverpackungen, die bislang noch nicht abschließend von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet wurden, jedoch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen leisten.
Gemeinsam mit ALDI Einkauf SE & Co. oHG und der Molkerei ZOTT wird Fernholz Verpackungen im Mai mit dem Plastics Recycling Awards Europe (PRSE Award) in der Kategorie „Product Technology Innovation“ ausgezeichnet. Das besondere am Gemeinschaftsprojekt „Milsani Topi rPS Dairy Cup“ ist der Einsatz von FFS-Folie (Form-Fill-Seal) – dabei kommt Folie aus rPS zum Einsatz

Ausblick
Fernholz Verpackungen rechnet mit einem Verbrauch von rund 2.000 Tonnen rPS. Dies entspricht bei einem Rezyklatanteil von mindestens 10 % einer Gesamtmenge von etwa 20.000 Tonnen Folie, die wir in den Markt bringen werden. Darüber hinaus erhofft sich Fernholz Verpackungen eine positive Bewertung der Novel-Technology durch die EFSA. Im Anschluss wird die Freigabe dieser Technologie durch die Europäische Kommission angestrebt, um rPS als „Business at scale“ zu etablieren. Gleichzeitig wäre damit eine weitere wichtige Voraussetzung für die Anerkennung von rPS als eigenständiger Recyclingstrom erfüllt.
Fünf Anlagen als Recycling-Installation angemeldet
Für den rPS-Bereich hat Fernholz Verpackungen aktuell fünf Anlagen an zwei Produktionsstandorten als Recyclinganlagen angemeldet und verfügt hierfür über entsprechende Recycling-Identifikationsnummern (RIN). Dadurch wird eine entsprechende Kapazität einschließlich Reserve sichergestellt.
Sämtliche Anlagen arbeiten auf Basis der veröffentlichten Novel-Technology unter Einsatz einer funktionellen Barriere. Die Neuwarenschicht gewährleistet nicht nur die Einhaltung lebensmittelrechtlicher Vorgaben zur Produktsicherheit, sie sorgt zudem für eine zuverlässige Abdeckung möglicher optischer Beeinträchtigungen, die beim physikalischen Recycling nicht vollständig ausgeschlossen werden können.

Netzwerk sorgt für Resilienz
Zur Sicherstellung einer konstant hohen Qualität und Menge des Eingangsmaterials für den rPS-Bereich hat Fernholz Verpackungen ein Netzwerk aus zuverlässigen Lieferanten aufgebaut. Dadurch ist das Unternehmen in der Lage, flexibel auf Mengenschwankungen zu reagieren und eine Versorgungssicherheit auch bei Veränderungen am Markt zu gewährleisten.